Artikel in der Friedberger Allgemeinen zur Ortsmitte Ried

[PG] In der Samstagsausgabe der Friedberger Allgemeinen wurde über die Ortsmitte und die Positionen der einzelnen Fraktionen berichtet. Gefragt wurde speziell nach dem zentralen Element der Lebensmittelnahversorgung bei der Neugestaltung der Ortsmitte. Wie bereits in einem vorangegangen  Blogeintrag beschrieben, ist Edeka nach einer neuerlichen Markterkundung die einzige kommerziell betriebene Option für die Nahversorgung in der Gemeinde Ried. Die in der Studie vorgeschlagenen Varianten haben sich als nicht umsetzbar herausgestellt.  Zum jetzigen Zeitpunkt eine Position für oder gegen Edeka zu beziehen halten wir nicht für sinnvoll, da die Fakten für eine endgültige Beurteilung fehlen. So steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder die Höhe der Mieteinnahmen fest noch gibt es konkrete Schätzungen der Gesamtbaukosten. Weitere grundlegende Bedingungen wie unter anderem die Mitnutzung oder Vermietung der Parkplätze oder ein Backshop mit einem vollwertigen integrierten Café sind offen. Wir vertreten deshalb den Standpunkt, Möglichkeiten und Bedingungen mit der Firma Edeka auszuloten und das Ziel einer attraktiven Mitte für unsere Gemeinde als oberste Priorität im Rahmenplan zu verankern. Eine attraktive Ortsmitte besteht aus weit mehr als nur einem Nahversorger. Ideen dazu haben wir bereits in unserem Wahlprogramm konkretisiert und wollen diese natürlich bestmöglich mit einbringen. Jedoch ist eines auch klar, ohne einen attraktiven Nahversorgungsbetrieb als zentraler Besuchermagnet werden es andere Betriebe wie z.B. eine Apotheke, Blumenladen, Frisör etc. in der Ortsmitte schwer haben Fuß zu fassen.

Sollte der Edeka kommen, so wird der zur Verfügung stehende Raum für andere wichtige Elemente eingeschränkter. Edeka hat jedoch ggü. der ursprünglichen Verkaufsflächenplanung von 1200m² bereits eine Reduzierung auf 1000m² Verkaufsfläche vorgenommen. Um den zur Verfügung stehenden Raum bestmöglich zu nutzen hat der Gemeinderat das renommierte Planungsbüro Oberpriller beauftragt. Wir sehen durchaus die Möglichkeit, die Anforderungen des Nahversorgers mit denen einer attraktiven Ortsmitte auf dem zur Verfügung stehenden Platz zu vereinbaren. So haben wir beispielsweise vorgeschlagen, die Fläche über dem Markt mit zu nutzen und ein weiteres Stockwerk mit Lichthof zu planen. In diesem weiteren Geschoß könnten Büroflächen, ein Bürgersaal bzw. Mehrzweckraum, eine Arztpraxis sowie weitere Gesundheitseinrichtungen Platz finden. Durch eine geschickte Platzierung der Gebäude neben der Friedhofsrampe könnte der Zugang auch Seniorengerecht erfolgen. Wir sind deshalb zuversichtlich das das Architekturbüro eine gute Lösung findet in der alle Interessen bestmöglich berücksichtigt werden.

Konzeptioneller Gestaltungsvorschlag

Da der Rahmenplan weit mehr umfasst als nur die unmittelbare Ortsmitte bestehen weitere Möglichkeiten für unsere Gemeinde, attraktive Einrichtungen und Wohnflächen in die Planung mit aufzunehmen. Natürlich kann die Gemeinde nicht den kompletten Rahmenplan in einem Schritt umsetzen, jedoch sollte die unmittelbare Ortsmitte ein komplettes Projekt sein. Eine Lösung, in der wir zuerst nur die Flächen für den Nahversorger errichten und Jahre später die für eine attraktive Ortsmitte essentiellen Elemente, werden wir auf keinen Fall zustimmen.

Nun besteht aber durchaus auch die Möglichkeit, dass wir uns mit Edeka nicht einig werden bzw. die Mehrheit im Gemeinderat die Bedingungen oder Konditionen als nicht tragbar erachtet. Der von einigen ins Spiel gebrachte genossenschaftliche Dorfladen ist für uns keine Option. Wir sehen durchaus den Charme dieser Lösung, jedoch sind wir auch der Überzeugung, dass der Bedarf nicht wesentlich besser gedeckt werden kann, als er es heute schon ist und zum anderem müsste der Dorfladen vermutlich dauerhaft subventioniert werden. Neben den Kosten für den Betrieb müssten sämtliche Einrichtungen durch die Gemeinde erworben und betrieben werden. Die Waren müssten vermutlich beim Edeka Großhandel bezogen werden und die Preise für diese wären in der intensiven Konkurrenzsituation durch die Discounter und Vollsortimenter in Mering und Kissing kaum wettbewerbsfähig. Der Nutzen eines solchen Ladens wäre nur für sehr wenige Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung. Die Lage der Gemeinde zwischen München und Augsburg, sowie die umfassenden Einkaufsmöglichkeiten in Mering lassen uns an diesem Konzept für die Gemeinde Ried erheblich zweifeln.

Was also tun, wenn wir uns mit Edeka nicht einig werden? Wir glauben, dass sich eine attraktive, bürgerfreundliche Ortsmitte auch ohne allumfassende Nahversorgung gestalten lässt. So könnte ein Getränkemarkt und ein Bäcker in den neuen Gebäuden der Ortsmitte integriert werden. Neben den typischen Backwaren könnten in der Bäckerei auch weitere Waren des täglichen Bedarfs angeboten werden und ein Café ohne größeren Aufwand integriert werden. Wocheneinkäufe müssten weiterhin außerhalb der Gemeinde erfolgen, aber auch hier könnten Unterstützungsleistungen in Form von einem Fahrdienst angeboten werden. Eine nicht von der Hand zu weisende Veränderung im Einkaufsverhalten ist der Kauf von Waren im Internet. So kaufen z.B. schon 87% aller deutschen Internetnutzer ihre Weihnachgeschänke online. Diese Veränderung macht auch vor dem Lebensmitteleinzelhandel nicht halt. So liefert beispielsweise Rewe Mering das vollständige Supermarktsortiment von über 8500 Artikeln bereits heute in unsere Gemeinde. Das bedeutet, dass Rewe in speziellen Kühlfahrzeugen Ihre Bestellung aus dem Internet, auf bis zu zwei Stunden genau zu Ihnen an die Haustür liefert. Für die jüngere Generation stellt dies eine natürliche und attraktive Erweiterung des Einkaufsverhaltens dar. Viele Ältere werden an Grenzen stoßen, die aber durch Unterstützung und beispielsweise durch geförderte und speziell zugeschnittene Kurse ohne weiteres durchbrochen werden können.

Wir hoffen Ihnen unseren Standpunkt deutlich gemacht zu haben und würden uns über Ihren Besuch der Zukunftswerkstatt am 8. Dezember sehr freuen.

Ihre Freien Wähler Ried

Ortsmitte Ried

Neuer Vorstand bei den Freien Wählern

Neues Baugebiet in Baindlkirch

In Baindlkirch wird im nächsten Jahr ein neues Baugebiet entstehen, welches dem stetigen Beadarf an Wohnbauflächen in unserer Gemeinde hilft zu decken. ->mehr

Spende

Unterstützen Sie die Arbeit der Freien Wähler Gemeinschaft Ried e.V. mit einer Spende.

->mehr

Kontakt

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FW Ried