Wie schnell wird wirklich in Ried gefahren?

Die Auswertung der Messergebnisse der Geschwindigkeitstafel hat für einigen Wirbel gesorgt. Im Gemeinderatsantrag der Wählergemeinschaft Lebensqualität Ried wird der Beitritt der Gemeinde Ried zu einem kommunalen Zweckverband für Verkehrssicherheit gefordert. Begründet wird dies mit den Messergebnissen der Geschwindigkeitsanzeigetafel. Unseres Erachtens werden die Messergebnisse von der Lebensqualität falsch dargestellt.

Die Geschwindigkeitsanzeigetafel der Gemeinde eignet sich nur bedingt zur Geschwindigkeitsmessung. Der Radarerfassungsbereich der Anzeige wird für PKWs mit bis zu 120m angegeben. Durch die Wahl der Aufstellungsorte wurde auch der Bereich außerorts erfasst, wodurch hohe (maximale) Eintrittsgeschwindigkeiten im Radarbereich des Messgeräts zu verzeichnen sind.

Dies war bewusst so gewählt, damit die Autofahrer frühzeitig auf die Geschwindigkeitsbegrenzung am Ortseingang hingewiesen werden und dadurch der Verkehr frühzeitig und nachweislich abgebremst wird

 

Eine akkurate Auswertung der Ergebnisse zeigt auf, dass 5% der PKW-Lenker im Erfassungsbereich des Geräts zu schnell sind. Es ist anzunehmen, dass ein Teil auch noch am Ortsschild zu schnell ist. 

Am Ortseingang in Hörmannsberg von Mering kommend wurde das Gerät in der Nähe des Feuerwehrhauses montiert. 

Am Ortseingang in Hörmannsberg von Mering kommend wurde das Gerät in der Nähe des Feuerwehrhauses montiert. Hier ist davon auszugehen, dass das Gerät 50m bis 70m des Außerortsbereichs erfasst hat. Die Straße in Hörmannsberg ist 200m vor dem Ortseingang aufgrund der starken Kurve auf 70km/h beschränkt. Die Ergebnisauswertung hat aufgezeigt, dass 85% der Autofahrer um bis zu ~4km/h im 70km/h Bereich zu schnell sind. Einige Fahrzeugführer überschreiten die 70km/h Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch deutlich.

 

Kommunale oder polizeiliche Blitzer erfassen die Geschwindigkeit aufgrund von rechtlichen Anforderungen in der Regel erst 200m nach dem Ortsschild bzw. man könnte am Ortsschild die 70km/h kontrollieren. Innerorts könnte die Geschwindigkeit demzufolge auf Höhe der Kirche kontrolliert werden. Im innerörtlichen Bereich haben Messungen der Polizei jedoch keine wesentlich überhöhten Geschwindigkeiten festgestellt.

 

Ein weiterer Aspekt, den man bei der Interpretation der Ergebnisse beachten sollte ist, dass die Geräte nicht auf die Fahrbahn kalibriert sind und Radarmessung generell als fehleranfällig gelten. Die Geschwindigkeitsanzeigen sind in erster Linie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Ermahnen der Autofahrer entwickelt worden und nicht zur Geschwindigkeitserfassung. Bauart bedingt und durch den großen Radarerfassungskreis kommt es zu Abweichungen. So wurden in einer Woche nur 12.386 Fahrzeuge vom Gerät erfasst, obwohl Messungen vom Staatlichen Bauamt werktags ca. 7.800 Fahrzeugbewegungen pro Tag erfasst haben.  Das Gerät kann eng hintereinander Fahrzeuge nicht unterscheiden und Auswirkungen auf die Messergebnisse sind anzunehmen. 

Neben der falschen Annahme, dass es sich bei der Erfassung der Geschwindigkeiten um den innerörtlichen Bereich handelt wurden die Geschwindigkeitsklassen der Auswertung durch die Lebensqualität falsch zugeordnet, wodurch sich erhebliche Unterschiede zu den tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten ergeben und knapp 2000 Fahrzeuglenker eine Übertretung der Geschwindigkeit unterstellt wird, die jedoch korrekt fahren . Richtig wäre z.B. bei 70km/h 61-70km/h, anstatt wie im Bürgerbrief angenommen 70-79 km/h. Der einzig richtige Wert in dem entsprechenden Absatz in der Broschüre ist die maximale Geschwindigkeit von 138km/h. Bei der vorgeschlagenen Gesamtüberwachung von 0,7% darf bezweifelt werden, dass die massiven Übertretungen überhaupt geahndet werden können.

Kommunale Verkehrsüberwachungsverbände arbeiten gewinnorientiert bzw. zumindest kostenorientiert. Der ADAC, sowie die Gewerkschaft der Polizei kritisieren die Methode nicht ohne Grund. Eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit für Ried und Hörmannsberg darf bezweifelt werden, da die zulässigen Messpunkte in 200m Entfernung zu den Ortseingängen weder Unfallschwerpunkte noch besonders auffällig in Bezug auf Geschwindigkeitsübertretungen sind. Sobald die Kontrollen dauerhaft eingestellt werden, stellt sich der Ursprungszustand wieder ein. Mit den Geschwindigkeitsanzeigetafeln haben wir ein probates Mittel um bereits am Ortseingang und nicht erst 200m danach eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erzielen. Die positiven  Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und Reduzierung der Geschwindigkeit werden durch Studien wie der der Hochschule Karlsruhe belegt. Die Anzeigen kombiniert mit baulichen Maßnahmen wie Verschwenkungen (siehe Foto Ortseingang Tegernbach) oder Geschwindigkeitsmarkierungen auf der Fahrbahn haben einen wesentlich größeren und nachhaltigeren Effekt auf die Verkehrssicherheit, weshalb wir kommunale Verkehrskontrollen durch Zweckverbände ablehnen.

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